Lust auf Neues? Sieben Hacks für besseres Lernen

Studium und Ausbildung abgeschlossen, erster Job und jetzt habe ich ausgelernt? Ein Irrglaube, der nicht erst durch unsere VUCA-Welt verschwindet. Lernen war schon immer wichtig, um sich weiterzuentwickeln und auf Veränderungen zu reagieren.  

Oft passiert es einfach unbewusst. Aber in der heutigen VUCA-Welt braucht es Menschen, die sich schnell, flexibel und vor allem kontinuierlich neue Kompetenzen aneignen und ihre Fähigkeiten ständig an neue Rahmenbedingungen anpassen. Zukunftsfähiges Arbeiten bedeutet vor allem lebenslanges Lernen. 

Das bedeutet für den Einzelnen: um fit zu bleiben, ist es nicht nur sinnvoll regelmäßig Sport zu machen, sondern sich immer wieder neues Wissen anzueignen und mit einem entsprechenden Mindset an das Thema “Lernen” ranzugehen.  

Denn auch die Lernangebote sind vielfältiger geworden und es gibt keinen standardisierten Prozess mehr, um sich das passende Wissen anzueignen, das man im Job braucht. Hier muss jeder für sich selbst den richtigen Weg suchen. 

Das klingt jetzt vielleicht etwas anstrengend, das kann es durchaus manchmal auch sein.  

Aber generell ist unsere Lust zu Lernen, Neues zu erfahren und besser zu werden, z. B. durch Spielen, Ausprobieren oder Entdecken, eine angeborene Verhaltensweise. Leider wurden die natürliche Neugier und unsere Fähigkeit zu lernen, in Schulen und im Berufsleben so manchem schon fast abtrainiert. 

Was braucht es also, um unsere angeborene Neugier und unsere Lust auf Lernen zu steigern und vor allem günstige Bedingen zu schaffen, um besser zu lernen? 

Wir haben dazu sieben Hacks für dich zusammengestellt: 

#1 Finde dein “Warum” für das Lernen. Und behalte den Zweck fest im Blick 

Nur was für unser Gehirn relevant ist, behalten wir. Deshalb ist es für Lernende wichtig, sich erst einmal nach dem “Warum” zu fragen und für sich selbst Gründe für das Lernen finden. Also etwas, das dir beim Lernen auch langfristig einen Sinn gibt.   

Also was ist der Zweck deines Lernens? Beispielsweise “Ich will Agile Coach werden” oder “Meine Retromoderation soll durch die Decke gehen”. Aber frage dich auch, was dahinter liegt, was dich daran wirklich motiviert, z. B. als Agile Coach will ich bei meinem Team ein agiles Mindset fördern”.  

#2 Learning by Doing – Lernerfahrung durch Ausprobieren 

“Ich kann alles über das Fahrradfahren lesen, aber deshalb kann ich immer noch nicht Fahrradfahren.” Lernen ist keine reine kognitive Angelegenheit. Echtes Lernen klappt am besten durch Ausprobieren. Deshalb wende dein Gelerntes möglichst sofort an, experimentiere, probiere dich aus. Auch wenn es noch nicht 100% klappt.  

Auch anhand von praxisbezogenen Spielen und Simulationen, die wir in unseren Trainings verwenden, kannst du echte Lernerfahrungen machen.  

# 3 Für einen Kick sorgen – Lass dich vom Lernen begeistern  

Viele Aha-Erlebnisse wirken wie Belohnungen im Gehirn und sorgen für nachhaltige Begeisterung im Lernen. Sorge dafür, dass dein Lernen überraschend und aufregend bleibt. Hier ist es sinnvoll sich selbst mit Aha-Erlebnissen zu versorgen. Also wo kannst du dich mutig ins Lernabenteuer stürzen und einfach mal experimentieren? Vielleicht die nächste Retro moderieren oder die neuen Feedbackregeln ausprobieren? Und auch wenn es mal nicht auf Anhieb klappt, einfach dranbleiben.  

#4 Inspect and AdaptLernen, anwenden, reflektieren 

Als eine der mächtigsten agilen Techniken, die auf den Deming-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) zurückgeht, lässt sich Inspect and Adapt auch auf das Lernen anwenden.  

Zum einen ist es sinnvoll in regelmäßigen Abständen zu reflektieren, ob du für dich noch auf dem richtigen Lernpfad bist. Frage dich also: Wie weit bin ich mit dem Lernen gekommen? Was funktioniert bereits? Was brauchst du noch, um dein Lernziel zu erreichen? Was könnte der nächste Schritt sein.  

Aber auch in der Gestaltung von Weiterbildung funktioniert Insect and Adapt. Hier setzen wir Lernschleifen ein, um nachhaltiges Lernen zu ermöglichen. Das bedeutet nach Input in den einzelnen Seminarbausteinen, folgen Praxisphasen, um das Gelernte anzuwenden. Danach folgen Fallbesprechungen, um die Erfahrungen zu reflektieren und aus den gesammelten Erfahrungen, Fehlern und Erfolgen aller Teilnehmer lernen zu können 

# 5 Mach mal Pause Entspannung und Muße fördern das Lernen 

Du lernst nicht nur, wenn du dich anstrengst. Dein Gehirn liebt Pausen und braucht (Frei-)Zeit. Denn dann kann es in Ruhe das Gelernte verinnerlichen und verankern, indem es in einen Kontext herstellt. Somit sind Pausen wesentlich beim Lernen.  

Pausen sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil von Seminaren. Das gilt vor allem auch für Online-Seminare. Hier sinkt die Aufmerksamkeit schneller als im echten Seminarraum. Denn im virtuellen Raum muss das Gehirn nicht nur Inhalte verarbeiten, es ist auch besonders gefordert, die reduzierte Körpersprache und Mimik zu deuten.  

# 6 Vergiss, was vorher war. Etabliere neue Gewohnheiten  

Gewohnheiten bestimmen unser Leben. Das macht es einfacher. Routinen sparen dem Gehirn Energie und beruhigen uns.  

Routinen blockieren uns allerdings, wenn es darum geht neu Gelerntes anzuwenden. Gerade wenn es darum geht Gewohnheiten zu verändern, neu gelernte Softskills anzuwenden, z. B. in der zwischenmenschlichen Kommunikation anders zu reagieren, fallen wir oft in gewohnte Muster zurück. Hier heißt es also: komm raus aus dem alten Trott und verankere das neu Gelernte, z. B. in dem du deinen Arbeitsplatz umgestaltest, visuelle Erinnerungsstützen schaffst, Kollegen um Unterstützung bittest oder auch ein neues Umfeld suchst.  

#7 Peer Learning – Gemeinsam lernt es sich besser  

Beim Peer Learning geht es nicht einfach darum gemeinsam Stoff zu büffeln, sondern neue Sichtweisen und Perspektiven kennenlernen und vom Wissen und der Erfahrung der anderen profitieren.  

Durch die gegenseitige Unterstützung können alle ihre Kenntnisse erweitern. Durch das gemeinsame sich Auseinandersetzen mit einem Thema, vertieft sich nicht nur das Wissen, auch die Qualität und Kreativität der Problemlösung steigt. Was aber noch viel wichtiger ist: die Gruppe hilft auch beim Lernen dran zu bleiben, so steigt die Motivation. 

Um in der Gruppe miteinander und voneinander zu lernen, gibt es vielfältige und themenspezifische Angebote, z. B. 

  • OpenSpace Veranstaltungen und Barcamps, wie z. B. unser Agile BarCamp  
  • Meetups, z. B. das Meetup ScrumMaster Hamburg 
  • Working Out Loud, eine Methode, Arbeitsbeziehungen aufzubauen, die helfen Ziele zu erreichen und neue Themen zu entdecken. 

In unseren Remote-Seminaren setzen wir gezielt auch Lerngruppen bzw. Peergroups ein, um das gegenseitige Lernen zu unterstützen.  

Was hilft dir am besten die Lust am Lernen zu behalten? Welchen Tipp kannst du uns noch geben? Die besten Tipps, inclusive Tippgeber, werden wir hier auf unserem Blog veröffentlichen.

Du bist Agilist*in? Sei dabei auf unserem Agile BarCamp dieses Jahr am 02. und 03. Oktober 2020!
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Dein Nordeck Team

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