So war’s: Scrum Masters HH Meetup – OKR und Scrum

OKR – Was ist das & funktioniert das auch mit Scrum?

Dies war die Frage, die am 24.02.2021 beim (virtuellen) Scrum Masters HH Meetup erörtert wurde. Unsere Agile Coach und OKR Master Jascha Sawitzki stellte das Framework OKR vor, welches zur Transparenz von Unternehmenszielen im gesamten Unternehmen und der gemeinsamen Erarbeitung von zielführenden Schritten dient. Im Anschluss erfolgte ein Erfahrungsaustausch durch das Liberating Structures-Format „Troika Consulting“ und offene Gesprächsrunden.

Ein Überblick über Objectives und Key Results (OKR)

OKR als Managementsystem bietet den Rahmen:

  • Unternehmensvisionen zu formulieren
  • sie zu kommunizieren, um zielgerichtete Selbstorganisation zu ermöglichen
  • und so Schritt für Schritt Zwischenziele auf dem Weg zur Vision zu erlangen. 

Die Kernelemente von OKR sind:

  • Die Vision als Ideal, auf das zugesteuert wird.
  • der Weg dorthin sind überschaubare Midterm Goals (Moals, 1-Jahres-Ziele).
  • Die Erarbeitung erfolgt in Zyklen von je 3 Monaten, in denen Ziele – Objectives – angestrebt werden, …
  • …für die messbare Zielmarker – die Key Results – definiert wurden.
OKR in Etappen
OKR in Etappen

„Wenn ich in einem Unternehmen OKR einführe, ohne Visionen und Ziele zu haben, habe ich einen Rahmen, aber nichts, um diesen zu füllen.“

Jascha Sawitzki, OKR Master & Agile Coach

OKR und Scrum

„Die Formulierung der Ziele ist Aufgabe der Führung, und je klarer und verbindlicher diese formuliert werden, desto sinnvoller können alle daran arbeiten, Wege zur Zielerreichung zu finden. Durch OKR gelingt es, sich auf Wesentliches zu fokussieren, Zwischenschritte festzulegen, und allen eigenverantwortliches Handeln im Sinn eines gemeinsamen Ganzen zu ermöglichen. Ein Ansatz, der durch die größere Freiheit im Handeln durchaus motivieren kann.“, so berichtete Jascha.
„Dabei ähneln die Meetings und der zirkuläre Ablauf dem Scrum Cycle, und tatsächlich lassen sich beide Methoden gut miteinander verknüpfen. Scrum ist in kleinere Schritte gegliedert, OKR sieht ein kurzes Meeting pro Woche und größere Events zu Beginn und zum Abschluss jedes Quartals vor. Das heißt: nicht jedes Scrum Meeting muss einen OKR-Anteil beinhalten, aber dem OKR-Prozess sollte regelmäßig Raum gegeben werden.“

OKR und Scrum
OKR und Scrum

Wichtig sei dabei, dass der Raum für OKR und Scrum und die Verantwortlichkeiten von Scrum Master und OKR Master klar umrissen und gut abgesprochen sind, und dass der Zeitbedarf, der durch die Einführung von OKRs entstehe, eingeschätzt und die benötigte Zeit gegeben wird.

„Die größte Herausforderung in der Umsetzung ist die Zeiteinteilung zwischen den Aufgaben zur Erreichung der Key Results und dem Tagesgeschäft. Wenn bestehende Strukturen genutzt werden können, erleichtert das die Übersicht über die Kapazitäten.“

Jascha Sawitzki, OKR Master & Agile Coach

Als Ergänzung im agilen Portfolio eines Unternehmens dient die OKR-Methode besonders wegen dieses doppelten Flusses: der Kommunikation der Vision und Ziele Top-down, und der konkreten Aktionen, die auf die Zwischenziele einzahlen, Bottom-up. Dieses Zusammenspiel des zu Erreichenden aus Führungssicht und der Schritte dorthin durch das Team entspricht ebenfalls den Verantwortlichkeiten in Scrum.

OKR als Framework
OKR als Framework

In den Rückfragen zur Präsentation kam zum Ausdruck, dass für den OKR-Prozess Zeit und Handlungsspielraum zur Verfügung gestellt werden müssen, damit er stattfinden kann. Zwischen dem Tagesgeschäft und der Weiterentwicklung entstehen sonst vermehrt Reibungspunkte, die den Prozess zum Erliegen bringen werden. Eine andere Falle sind unverbindliche und vage formulierte Visionen und Zielvorgaben, da sich daraus kein gemeinsames verbindliches Vorgehen formen lässt.

Jascha Sawitzki

Jascha ist Agile Coach und OKR Master. Sie begleitet bereits seit elf Jahren Menschen und Organisationen in Change-Prozessen und hat 2020 die OKR Einführung in einem großen Konzern begleitet.

Troika Consulting – Reflektieren und Ideen geben zu dritt

Als Einleitung zu einer offenen Runde stellte Timo Hoppe, Scrum Master bei Nordeck, das Troika Consulting vor. Bei dieser kurzen inspirativen Gesprächsform gibt es eine*n Fragesteller*in, der/die zwei weiteren Teilnehmenden eine Situation vorstellt, aus der eine Frage erwachsen ist. Diese Situation und mögliche Lösungsansätze dazu werden von den beiden weiteren Personen erörtert, während die erste Person über aktives Zuhören und Notizen Kernelemente des Gehörten festhält. Der/die Fragesteller*in spiegelt das in einem letzten Schritt den Ideengebenden wieder. Der weitere Weg ist offen und verbleibt bei der fragegebenden Person.

Troika am Beispiel OKR

Als Beispiel wurde für alle die Bearbeitung der Frage:

„ Wie integriere ich OKR ohne Mehraufwand in bestehende agile Prozesse?“

durchgespielt. Klare Antwort der Ideengebenden war, dass eine Einführung von OKRs nicht ohne Mehraufwand vonstatten gehen kann. Die eingesetzte zeitliche Investition zahlt sich jedoch dann aus, wenn Fokussierung und Priorisierung greifen und so zielgerichteteres Handeln ermöglichen. Die initiale Arbeit fällt dabei ganz entscheidend im Management an, denn je ausgereifter ein Ziel definiert und formuliert ist, desto zielgerichteter können die Teams handeln.

Das Troika Consulting konnte nun von allen in Kleingruppen durchgeführt werden. Zum Ausklang war ein offener Austausch in mehreren Breakout Rooms möglich.
Abschließend lässt sich sagen, dass Objectives und Key Results, Visionen und Ziele ein so umfassendes Thema sind, dass wir voraussichtlich in Kürze wieder ein Meetup dazu anregen werden.

Wir sind Ausrichter der etablierten Scrum Masters Hamburg Serie. Schau doch bei einem unserer nächsten Meetups vorbei, wir freuen uns auf viele interessante und spannende Treffen!

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Dein Nordeck Team

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