Von der Hierarchie zur Selbstorganisation 

Was bewegt Organisationen, Teams und die einzelnen Mitarbeitenden, wenn sich eine hierarchische Arbeitsweise zur Selbstorganisation wandeln will? Diese Frage stellen wir uns immer wieder, und am liebsten diskutieren wir sie mit euch: Denjenigen, die es betrifft, weil sie im Wandel stecken oder darüber nachdenken.Von der Hierarchie zur Selbstorganisation Banner

Auf der solutions.hamburg 2019 haben wir dazu einen Round Table moderiert. Unsere Coaches Stefan Gertz und Rainer Pabst wollten von den Teilnehmenden wissen, was sie in ihrem Alltag erleben. Sie haben gemeinsam mit etwa 30 Interessierten in verschiedenen Interaktionen ausprobiert, wie man das Chaos reduzieren und Freiraum für Selbstorganisation schaffen kann.

Rainer hat sich hinterher mit uns über das Erlebnis unterhalten.

Team Agile: Rainer, wen wolltet Ihr mit dem Round Table ansprechen? War das ein reiner Führungskräfte-Workshop? 
Rainer: Nein, wir wollten alle ansprechen, die sich für das Thema Unternehmenskultur interessieren. Der Wille, etwas zu verändern, kann aus allen Richtungen kommen. Das muss nicht zwingend von oben sein.

Neue Zielsetzung: bedürfnisorientiert und selbstorganisiert arbeiten

Team Agile: Unternehmenskultur ist ein großes Thema. Worüber habt ihr konkret gesprochen?
Rainer: Unser Ziel war es, den Teilnehmenden konkrete Tools und Methoden entsprechend Ihrer Bedürfnisse vorzustellen, die sie auch morgen gleich einsetzen können.

Die Teilnehmenden haben uns mit ganz unterschiedlichen Fragen konfrontiert. Die häufigsten und damit wichtigsten Fragen allerdings drehten sich um die Aufgaben von Führungspersonen im selbstorganisierten Umfeld.

Tool to test: Delegation Board

Team Agile: Welches Tool hattet Ihr für diese Fragen im Gepäck?
Rainer: Stefan hat an dieser Stelle das Delegation Board vorgestellt. Das Schöne daran ist, dass es die Perspektive der Führungskraft und der Mitarbeitenden visualisiert und vor allem transparent macht. Das hat bei unseren Teilnehmenden großen Anklang gefunden.
Gerade wenn es darum geht, mehr Selbstverantwortung ins Team zu geben, hilft das Delegation Board, Erwartungen und Freiräume zu verdeutlichen. Außerdem werden die Führungskräfte entlastet, weil sie die aktuellen Themen in ihren Teams gut aufgehoben wissen.

Team Agile: Welches Feedback habt Ihr zu diesem Werkzeug von den Teilnehmenden bekommen?
Rainer: Für viele war schon alleine der sozusagen “erzwungene” Perspektivwechsel zwischen Team-Mitgliedern und ihrer Führungskraft sehr hilfreich. Im Alltag sehen wir alle meist nur unsere eigene Position. Wir haben aber auch darüber diskutiert, dass alle vorgestellten Methoden und Tools gegenseitiges Vertrauen voraussetzen. Am besten ist es, bei der Einführung neuer Methoden behutsam und in kleinen Schritten vorzugehen. Man kann mit den Kollegen und Kolleginnen zum Beispiel eine Testphase vereinbaren und sich anschließend gegenseitig aktives Feedback geben.

Team Agile: Es ist ja auch immer wichtig, dass Erwartungshaltungen und Voraussetzungen für so eine Testphase im Vorhinein mit allen geklärt sind.
Rainer: Ganz genau! Und man muss Fehler zulassen können. Das fällt Führungskräften oft schwer. Wir haben daher auch darüber diskutiert, was den Führungskräften hilft, loszulassen und die Verantwortung wirklich ins Team zu geben. Transparenz und eine gute Kommunikation sind da ganz entscheidend. Oder anders ausgedrückt: Dafür braucht es eine gute Zusammenarbeit im Team.

Team Agile: Hattet Ihr einen Vorschlag, wie man für eine gute Zusammenarbeit sorgen kann?
Rainer: Wir haben mit den Teilnehmenden darüber gesprochen, wie wichtig Feedback ist. Und dann haben wir Feedback-Regeln erarbeitet. Wenn die Regeln klar sind, erleichtert das den Ausbau einer Feedback-Kultur und das gemeinsame Verständnis, was mit dem Feedback erreicht werden soll.

Team Agile: Lieber Rainer, wir danken Dir für Deine Zeit!

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